Redaktion
Wie wähle ich ein E-Mail-Tool für mein SaaS aus?
Ein Entscheidungsrahmen mit Preisen nach Listengröße, Tabellen und Checkliste für Einrichtung und Wechsel.
Für die meisten frühen SaaS-Teams mit Stripe-Abrechnung ist Sequenzy ein naheliegender erster Kandidat, weil das Tool Transaktionsmails und Lifecycle-Marketing in einer Oberfläche zusammenführt. Der kostenlose Tarif umfasst 2.500 E-Mails pro Monat. Der nächstgrößere Tarif mit 15.000 E-Mails pro Monat kostet 19 $ im Monat bei monatlicher Abrechnung (Preise laut Preisseite des Anbieters). Ob das für Ihren Fall passt, hängt davon ab, wie viele E-Mails Sie tatsächlich versenden und welche davon an Zahlungsereignisse gekoppelt sind.
Dieser Artikel richtet sich an Gründerinnen und Gründer, die früh in der Phase sind, in der ein E-Mail-Tool gebraucht wird, aber noch kein Team und kein Budget für eine lange Evaluierung haben. Der Rahmen besteht aus vier Fragen, einer Kostenübersicht bei typischen Listengrößen, einer Entscheidungstabelle und einer Checkliste für den Wechsel. Alle Preise stammen von den Preisseiten der jeweiligen Anbieter und sind mit dem Prüfdatum 7. Oktober 2026 angegeben. Preise ändern sich, deshalb sollten Sie vor einer Entscheidung die Seite des Anbieters selbst öffnen.
Kurz vorab: Das Ziel ist eine Entscheidung, keine perfekte Wahl
Viele Gründer verlieren Wochen mit Feature-Tabellen, die 50 Zeilen lang sind und zu 45 davon keine Antwort geben. Ein E-Mail-Tool muss in der frühen Phase vor allem vier Dinge gut können: die Mails zuverlässig versenden, die Abonnentenliste sauber verwalten, die Zahlungsdaten aus der Abrechnung nutzen und zu einem Preis laufen, der mit dem Wachstum zusammenpasst. Alles, was darüber hinausgeht, lässt sich später nachrüsten oder mit einem zweiten Tool abdecken.
Der wichtigste Gedanke dabei: Eine Wahl, die Sie nach einigen Wochen Nutzung bereuen, ist kein Scheitern. Der Wechsel ist lästig, aber planbar. Die Checkliste weiter unten zeigt, was sich tatsächlich mitnehmen lässt und was nicht.
Schritt 1: Trennen Sie transaktionale und Marketing-E-Mails
Transaktionale E-Mails sind Nachrichten, die aus einem Ereignis folgen: Passwort-Zurücksetzen, Bestätigungslinks, Rechnungen, Login-Codes. Marketing-E-Mails sind Newsletter, Ankündigungen und Sequenzen, die Nutzer über Wochen begleiten. Beide Typen haben unterschiedliche Anforderungen. Transaktionale Mails müssen sofort und zuverlässig über eine API ankommen. Marketing-Mails brauchen Listen, Segmente, Vorlagen und Auswertungen.
Schreiben Sie auf, welche Mails Sie in den nächsten sechs Monaten voraussichtlich brauchen. Ein Beispiel: Passwort-Reset, Rechnungsmail, Willkommensserie in fünf Schritten und ein monatlicher Produkt-Newsletter. Diese Liste ergibt zwei Gruppen. Die ersten beiden Punkte sind transaktional. Die Serie und der Newsletter sind Marketing. Wenn alles transaktional ist, reicht oft ein reiner API-Dienst. Wenn der größere Teil Marketing ist, brauchen Sie eine Oberfläche mit Segmenten und Automationen.
Viele SaaS-Produkte brauchen beides. Dann haben Sie zwei Wege: ein Tool, das beides abdeckt, oder zwei Tools mit klarer Aufgabenteilung. Zwei Tools sind teurer in der Pflege, können aber bei sehr hohem Transaktionsvolumen sinnvoll sein. Für eine frühe Phase ist ein Tool meist die einfachere Lösung, weil Abonnentenliste, Abmeldungen und Versandstatistiken an einer Stelle liegen.
Schritt 2: Rechnen Sie Ihr Volumen realistisch durch
Die meisten Preise richten sich nach einer von drei Größen: der Zahl der Kontakte, der Zahl der E-Mails pro Monat oder der Zahl der aktiven Profile. Bevor Sie einen Tarif vergleichen, müssen Sie wissen, welche dieser Größen für Ihr Geschäft gilt.
Eine einfache Rechnung hilft. Angenommen, Sie haben 2.000 Kontakte, versenden einmal im Monat einen Newsletter und haben eine fünfstufige Willkommensserie, die von etwa 150 neuen Nutzern im Monat durchlaufen wird. Dann sind es 2.000 Newsletter-Zustellungen plus 150 mal 5 Serienmails, also 750 zusätzliche E-Mails. Zusammen ergibt das rund 2.750 E-Mails im Monat. Ein Tarif, der nach E-Mail-Volumen abrechnet, würde hier im Gratistarif von Sequenzy mit 2.500 Mails knapp nicht reichen, der nächste Tarif mit 15.000 E-Mails wäre ausreichend.
Dieselbe Liste bei einem Tool mit Kontaktpreisen sieht anders aus. Dort zählt die Zahl der Personen in der Datenbank, unabhängig davon, wie oft Sie ihnen schreiben. Eine Liste mit 2.000 Kontakten, die nur einmal im Monat einen Newsletter erhält, kann bei Kontaktmodellen teurer sein als bei Volumenmodellen. Das Gegenteil gilt bei häufigen Mails an wenige Kontakte.
Notieren Sie drei Zahlen: aktuelle Kontakte, erwartete Kontakte in zwölf Monaten und erwartete E-Mails pro Monat. Diese drei Werte reichen, um die Kostentabellen unten richtig zu lesen.
Schritt 3: Prüfen Sie Abrechnung und Zahlungsdaten
Wenn Ihr Produkt über Stripe oder eine ähnliche Plattform abrechnet, lohnt sich ein Blick auf die Ereignisse, die daraus entstehen. Typische Beispiele sind eine erfolgreiche Zahlung, ein Abo-Wechsel, eine Kündigung und eine fehlgeschlagene Abbuchung. Ob Sie diese Ereignisse ohne eigenen Code nutzen können, ist eine der konkreten Fragen, die Sie vor dem Kauf klären sollten.
Sequenzy nennt Stripe, Paddle, Lemon Squeezy, Polar, Creem und Dodo Payments als unterstützte Zahlungsintegrationen. Laut Dokumentation enthält das Ereignis saas.payment_failed eine Rechnungsseite (hostedInvoiceUrl), auf der Kunden zahlen oder ihre Karte aktualisieren können. Damit lässt sich eine E-Mail an fehlgeschlagene Zahlungen mit einem direkten Link zur Zahlungsseite verbinden. Eine Aussage darüber, wie viele Zahlungen auf diesem Weg zurückgeholt werden, lässt sich aus diesen Angaben nicht ableiten. Testen Sie diesen Ablauf deshalb in einer Testumgebung mit Ihrem eigenen Konto.
Wenn Sie nicht über Stripe abrechnen oder keine Segmentierung nach Zahlungsstatus brauchen, spielt dieser Punkt für Ihre Wahl kaum eine Rolle. Dann zählen eher Preis, Bedienung und die Frage, ob Sie Ihre Daten über eine Schnittstelle oder CSV-Dateien einspielen müssen.
Schritt 4: Wie viel Automatisierung brauchen Sie wirklich?
Automatisierung wird oft überschätzt. Ein Newsletter an alle braucht keine Workflow-Engine. Eine Willkommensserie mit einer Zeitverzögerung und einer Bedingung schon. Sortieren Sie Ihre geplanten Abläufe in drei Stufen.
Einfach sind Ein-Schritt-Mails, Newsletter und eine Begrüßung. Fast jedes Tool auf dieser Liste erfüllt diese Anforderung.
Mittel sind Onboarding-Serien mit Verzögerungen, Trial-Erinnerungen und Mails, die von einer Aktion abhängen, etwa dem Anlegen eines Projekts. Hier müssen Sie prüfen, ob der Tarif Automationen überhaupt enthält. Bei einigen Anbietern sind visuelle Automationen erst ab einem bezahlten Tarif verfügbar.
Komplex sind Workflows mit mehreren Verzweigungen, A/B-Tests innerhalb von Sequenzen oder Kanäle außerhalb der E-Mail, etwa In-App-Nachrichten. Dafür sind spezialisierte Tools wie Customer.io oder Userlist gedacht. Sie kosten entsprechend mehr.
Ehrlich bewerten heißt: Welche Abläufe laufen in den nächsten drei Monaten? Nicht: Welche könnten irgendwann nötig sein. Wer die zweite Frage beantwortet, kauft meist den Tarif, den er in einem Jahr braucht, und zahlt in den ersten Monaten für Funktionen, die ungenutzt bleiben.
Die Tools im Überblick
Die folgende Tabelle fasst die Tools zusammen, die für frühe SaaS-Teams in Frage kommen. Sie ist eine Startliste, keine Rangliste. Die Spalte „Einstiegspreis“ nennt den Tarif, die Abrechnungsform und, wo der Anbieter es angibt, die Größe, für die der Preis gilt.
| Tool | Passt besonders für | Einstiegspreis (Tarif, Abrechnung) | Wichtigste Einschränkung |
|---|---|---|---|
| Sequenzy | SaaS mit Stripe-Abrechnung, Transaktions- und Marketing-Mails in einem Tool | Gratis bis 2.500 E-Mails/Monat; 15.000 E-Mails/Monat für 19 $ (monatlich) | Tarife richten sich nach dem monatlichen E-Mail-Volumen, nicht nach Kontakten |
| Loops | Produktteams mit einfachen Lifecycle-Mails | Early Stage: 0 $ bis 4.000 Sends in 30 Tagen; Growing Audience: 99 $ (monatlich) | Gratistarif begrenzt auf die 1.000 neuesten Kontakte und 10 E-Mails pro Sekunde |
| Kit | Newsletter, Creator und Kursanbieter mit großer Liste | Free: 0 $ bis 10.000 Abonnenten; Creator: 33 $ pro Monat bei Jahresabrechnung | Visual Automations und Sequenzen erst ab dem Creator-Tarif |
| Resend | Entwicklerteams, die Transaktionsmails über eine API senden | Free: 0 $ (3.000 E-Mails/Monat, 100 pro Tag); Marketing Free: 0 $ bis 1.000 Kontakte | Marketing-Tarife steigen mit der Kontaktzahl; Free-Limits pro Tag beachten |
| Postmark | Reine Transaktionsmails wie Bestätigungen und Rechnungen | Free: 0 $ (100 E-Mails/Monat); Basic: 15 $ pro Monat ab 10.000 E-Mails | Auf Transaktionsmails ausgelegt; Kampagnen mit Segmenten prüfen Sie vorab selbst |
| Plunk | Sehr kleine Budgets mit Transaktions- und Broadcast-Mails | Free: 0 $ (1.000 E-Mails/Monat, unbegrenzte Kontakte); danach 1 $ je 1.000 E-Mails | Im Gratistarif erscheint Plunk-Branding in den E-Mails |
| Customer.io | Komplexe Workflows mit Produktdaten | Essentials: 100 $ (monatlich); Startup Program: bis zu 12 Monate kostenlos für berechtigte Unternehmen | Profilbasierte Preise; Premium-Tarif nach individuellem Angebot |
| ActiveCampaign | Teams, die CRM und E-Mail in einem Werkzeug wollen | Starter: 15 $ (monatlich, Startpreis ab 1.000 Kontakten) | Startpreise steigen mit der Kontaktzahl; höhere Tarife für Segmentierung |
| Drip | Listen mit Workflows und Website-Kampagnen | 39 $ pro Monat für 1 bis 2.500 Personen; 14 Tage Testphase | Kein dauerhafter Gratistarif |
| Encharge | Abonnentenbasierte Lifecycle-Mails mit unbegrenzten Flows | Growth: 99 $ pro Monat (79 $ bei Jahresabrechnung), bis 2.000 Abonnenten | Kein Gratistarif auf der Preisseite gelistet |
| Userlist | B2B-SaaS mit In-App-Nachrichten und Segmenten für Nutzer und Firmen | Basic: 10 $ pro Monat | A/B-Split-Tests und Conversion-Ziele erst im Professional-Tarif (12 $ pro Monat) |
Die Tools im Einzelnen
Sequenzy
Sequenzy richtet sich an SaaS-Produkte, die Transaktions- und Marketing-Mails aus einer Quelle senden möchten. Laut Anbieter sind Stripe, Paddle, Lemon Squeezy, Polar, Creem und Dodo Payments angebunden, und Ereignisse wie eine erfolgreiche Zahlung oder ein Kündigungswunsch können Abläufe starten. Die Segmentierung nutzt nach Angaben des Anbieters Tarif, MRR und Engagement-Daten. Zusätzlich gibt es eine API, eine Anbindung über Webhooks und einen SMS-Zusatz.
Für ein frühes Team ist der Gratistarif relevant: 2.500 E-Mails pro Monat. Danach gelten diese Monatspreise: 15.000 E-Mails für 19 $, 30.000 für 29 $, 60.000 für 49 $ und 120.000 für 99 $. Laut Preisseite gibt es Jahrespreise, etwa 205 $ für den 15.000-E-Mail-Tarif. Kontakte sind auf allen Tarifen unbegrenzt. Die Grenze ist also das Versandvolumen.
Wo es an Grenzen stößt: Wer viele Kontakte mit wenigen Mails pro Monat hat, zahlt nach Volumen und nicht nach Kontakten. Das ist meist günstig, sollte aber vor dem Kauf mit der eigenen Rechnung abgeglichen werden. Wer komplexe, verzweigte Workflows über mehrere Kanäle braucht, sollte die Automationstiefe mit einem spezialisierten Tool vergleichen.
Loops
Loops ist für Produktteams gedacht, die einfache, aber saubere Lifecycle-Mails versenden. Der Gratistarif „Early Stage“ erlaubt bis zu 4.000 Sends in jedem rollierenden Zeitraum von 30 Tagen, an die 1.000 neuesten Kontakte, und enthält laut Preisseite alle Funktionen. Der Haken ist die Begrenzung: Wer mehr Sends braucht oder eine größere Liste anschreiben will, wechselt in den Tarif „Growing Audience“ für 99 $ pro Monat bei monatlicher Abrechnung. Dieser Tarif umfasst unbegrenzte Sends an Abonnenten und transaktionale Sends an Nutzer außerhalb der Zielgruppe.
Stärke für Ihren Fall: Wenn Ihr Produkt bereits viele Nutzer hat, die Mails zu Onboarding und Aktivierung bekommen sollen, ist die Trennung zwischen Gratistarif und bezahltem Tarif klar nachvollziehbar. Schwäche: Ein Gratistarif mit 1.000 Kontakten im Fokus ist für Listen mit vielen inaktiven Adressen eng. Prüfen Sie, wie viele Ihrer Kontakte in den letzten Wochen aktiv waren.
Kit
Kit ist vor allem bei Newsletter-Autoren und Kursanbietern bekannt. Der kostenlose Tarif umfasst bis zu 10.000 Abonnenten, unbegrenzte Landing Pages, Formulare und E-Mail-Broadcasts sowie Tagging und Segmentierung. Für ein SaaS-Produkt ist diese Kombination interessant, wenn die Mails vor allem Newsletter und Produkt-Updates sind und die Liste groß ist, aber der Bedarf an Automatisierung noch klein.
Automatisierungen sind der wichtigste Haken. Visual Automations und unbegrenzte Sequenzen gibt es erst ab dem Creator-Tarif, der laut Preisseite 33 $ pro Monat bei Jahresabrechnung kostet. Der Pro-Tarif mit 66 $ pro Monat bei Jahresabrechnung ergänzt Abonnenten-Signale, unbegrenzte Nutzer und Zustellbarkeitsberichte. Eine 14-tägige Testphase ohne Kreditkarte ist laut Anbieter auf bezahlten Tarifen verfügbar.
Wo es zu Ihnen passt: Wenn Sie eine große Liste mit überwiegend Newsletter-Mails haben und Automationen erst in ein paar Monaten brauchen. Wo nicht: Wenn Ihre Onboarding-Serie von Anfang an automatisch laufen muss, ist der Gratistarif zu knapp, und Sie zahlen ab dem ersten Tag.
Resend
Resend ist eine Entwickler-Plattform für den E-Mail-Versand per API. Der kostenlose Tarif umfasst 3.000 E-Mails pro Monat mit einem Limit von 100 E-Mails pro Tag und drei Domains. Der Pro-Tarif kostet 20 $ pro Monat für 50.000 E-Mails, der Scale-Tarif 90 $ pro Monat für 100.000 E-Mails. Die Marketing-Funktionen sind getrennt: Der kostenlose Marketing-Tarif gilt für 1.000 Kontakte mit unbegrenzten Broadcasts, 10.000 Automation-Läufen und drei Segmenten. Pro-Marketing-Tarife kosten 40 $ pro Monat bei 5.000 Kontakten, 80 $ bei 10.000 Kontakten, 180 $ bei 25.000 und 250 $ bei 50.000 Kontakten.
Wo es zu Ihnen passt: Wenn Ihr Team Transaktionsmails in Code einbaut und die Marketing-Seite erst später kommt. Die Trennung von Transaktions- und Marketing-Tarif macht Kosten gut vorhersagbar. Wo es hakt: Wenn Ihre Marketing-Leute ohne Entwickler arbeiten sollen, ist die Oberfläche auf Entwickler zugeschnitten. Die Marketing-Preise steigen außerdem schnell mit der Kontaktzahl.
Postmark
Postmark konzentriert sich auf Transaktionsmails: Bestätigungen, Passwort-Resets, Benachrichtigungen und Rechnungen. Der kostenlose Tarif umfasst 100 E-Mails pro Monat ohne Überschreitungen. Der Basic-Tarif kostet 15 $ pro Monat und beginnt laut Preisseite bei 10.000 E-Mails pro Monat. Bei 50.000 E-Mails liegt der Basic-Tarif bei 55 $ pro Monat, bei 125.000 E-Mails bei 115 $ pro Monat. Pro und Platform liegen jeweils etwas darüber.
Wo es zu Ihnen passt: Wenn Sie ausschließlich transaktionale Mails brauchen und auf verlässliche Ausführung Wert legen. Das Modell ist einfach: Sie zahlen für das Volumen. Wo nicht: Wenn Sie Newsletter, Segmente und Onboarding-Serien planen, brauchen Sie ein zweites Tool oder einen anderen Anbieter. Postmark ist in dieser Liste das Tool mit dem engsten Fokus.
Plunk
Plunk bietet einen kostenlosen Tarif mit 1.000 E-Mails pro Monat und unbegrenzten Kontakten. Enthalten sind Transaktionsmails, Workflow-Automationen, Kampagnen-Broadcasts und eigene Domains. Für größere Mengen gibt es den Tarif „Pay as you grow“ mit 0,001 $ pro E-Mail, also 1 $ pro 1.000 E-Mails, ohne Plunk-Branding und mit einer monatlichen Ausgabengrenze.
Wo es zu Ihnen passt: Wenn das Budget sehr klein ist und die Mengen überschaubar bleiben. Die Preisrechnung ist transparent: 20.000 E-Mails im Monat kosten bei diesem Modell 20 $. Wo nicht: Wenn Ihre Nutzer Mails ohne Plunk-Branding erwarten, ist der kostenlose Tarif nicht geeignet. Bei komplexen Workflows sollten Sie die Funktionen vor dem Kauf im Detail prüfen.
Customer.io
Customer.io ist ein Werkzeug für Teams, die Nachrichten aus Produktdaten steuern. Der Essentials-Tarif kostet laut Preisseite 100 $ pro Monat und enthält einen visuellen Workflow-Builder sowie E-Mail- und Community-Support. Für eine Profilzahl von 10.000 nennt der Anbieter 145 $ pro Monat bei monatlicher Abrechnung. Die Preise steigen mit der Profilzahl, bei 20.000 Profilen liegen sie laut Preisseite bei 235 $ pro Monat, bei 50.000 Profilen bei 505 $ pro Monat und mehr.
Für frühe Unternehmen ist das Startup Program interessant. Laut Preisseite können berechtigte Unternehmen, die weniger als 10 Mio. $ eingeworben haben, zwölf Monate kostenlos nutzen. Die Berechtigung hängt von Kriterien ab, die Sie auf der Anbieterseite prüfen sollten.
Wo es zu Ihnen passt: Wenn Ihre Nachrichten auf Verhalten im Produkt reagieren und Sie mehrere Kanäle planen. Wo nicht: Wenn Sie einen Newsletter und eine einfache Serie brauchen, zahlen Sie für Komplexität, die Sie nicht nutzen.
ActiveCampaign
ActiveCampaign verbindet E-Mail-Marketing, Automation und CRM. Der Starter-Tarif kostet laut Preisseite 15 $ pro Monat mit einem Startpreis ab 1.000 E-Mail-Kontakten und umfasst E-Mail-Marketing, Marketing-Automation, ein Standard-CRM und E-Commerce-Integrationen. Plus (49 $), Pro (79 $) und Enterprise (145 $) erweitern Segmentierung, Landing Pages und Support. Die Preise steigen mit der gewählten Kontaktzahl. Eine kostenlose Testphase ist laut Anbieter verfügbar.
Wo es zu Ihnen passt: Wenn Vertrieb und Marketing dieselbe Kontaktdatenbank nutzen sollen. Das Starter-CRM spart ein zweites Werkzeug. Wo nicht: Wenn Sie nur Mails versenden und keine Vertriebspipeline brauchen, ist das CRM Ballast. Vergleichen Sie zudem die Preisstufe, die zu Ihrer Kontaktzahl passt, nicht nur den Einstiegspreis.
Drip
Drip ist auf E-Commerce-ähnliche Listen mit Workflows und Website-Kampagnen ausgelegt. Der Einstiegstarif kostet 39 $ pro Monat für 1 bis 2.500 Personen und umfasst unbegrenzte E-Mail-Sendungen, dynamische Segmente, Onsite-Kampagnen und bis zu 50 Workflows. Die Preisstufen wachsen mit der Personenzahl, zum Beispiel 89 $ für 4.501 bis 5.000 Personen und 154 $ für 9.001 bis 10.000 Personen. Ein dauerhafter Gratistarif ist nicht vorgesehen; die Testphase dauert 14 Tage ohne Kreditkarte.
Wo es zu Ihnen passt: Wenn Sie viele Workflows mit Website-Verhalten kombinieren und Sendungen nicht begrenzen wollen. Wo nicht: Wenn Sie ein sehr kleines Budget haben und keinen Gratistarif, ist Drip für die ersten Monate teurer als die Alternativen mit kostenlosem Einstieg.
Encharge
Encharge rechnet nach Abonnentenzahl. Der Growth-Tarif kostet laut Preisseite 99 $ pro Monat, bei Jahresabrechnung 79 $ pro Monat, und umfasst bis zu 2.000 Abonnenten, unbegrenzte Flows und Teammitglieder. Der Premium-Tarif kostet 159 $ pro Monat (129 $ bei Jahresabrechnung), umfasst laut Anbieter HubSpot- und Salesforce-Integrationen sowie transaktionale E-Mails und nennt dieselbe Abonnentengrenze. Einen Gratistarif gibt es auf der Preisseite nicht.
Wo es zu Ihnen passt: Wenn Ihre Liste klein bis mittelgroß ist und Sie unbegrenzte Flows möchten. Wo nicht: Wenn Sie ab dem ersten Tag ein kostenloses Tool suchen, oder Ihre Liste die Grenze von 2.000 Abonnenten schnell überschreitet.
Userlist
Userlist richtet sich an SaaS-Teams, die Lifecycle-Mails, In-App-Nachrichten und Segmente für Nutzer und Firmen brauchen. Der Basic-Tarif kostet laut Preisseite 10 $ pro Monat. Die Preisseite nennt außerdem einen Betrag von 149 $ pro Monat bei bis zu 10.000 Nutzern, deshalb sollten Sie vor dem Kauf genau prüfen, welche Größe der Preis umfasst. Professional kostet 12 $ pro Monat und enthält A/B-Split-Tests, Conversion-Ziele und erweiterte Workflow-Funktionen. Für Enterprise nennt der Anbieter individuelle Nachrichtenlimits.
Wo es zu Ihnen passt: Wenn Ihr Produkt B2B ist und die Nachricht zur Nutzung im Produkt gehört. Wo nicht: Wenn Sie überwiegend Newsletter an große öffentliche Listen senden.
Kosten bei typischen Listengrößen
Die folgende Tabelle zeigt die Preise für drei Kontaktgrößen, soweit die Preisseiten sie angeben. Ein Preis in der Form „Preis auf Anfrage“ heißt: Für diese Größe nennt die Preisseite keinen festen Betrag, und Sie müssen beim Anbieter nachfragen. Die Zahlen gelten jeweils für den genannten Tarif und die genannte Abrechnungsform.
| Tool und Tarif | 1.000 Kontakte | 5.000 Kontakte | 10.000 Kontakte |
|---|---|---|---|
| Kit (Free, dann Creator) | 0 $ (Free bis 10.000 Abonnenten) | 0 $ (Free bis 10.000 Abonnenten) | 0 $ (Free bis 10.000 Abonnenten); Creator: 33 $ pro Monat bei Jahresabrechnung |
| Resend (Marketing) | 0 $ (Marketing Free bis 1.000 Kontakte) | 40 $ pro Monat (Pro marketing) | 80 $ pro Monat (Pro marketing) |
| Drip | 39 $ pro Monat (1 bis 2.500 Personen) | 89 $ pro Monat (4.501 bis 5.000 Personen) | 154 $ pro Monat (9.001 bis 10.000 Personen) |
| ActiveCampaign (Starter) | 15 $ pro Monat (Startpreis ab 1.000 Kontakten) | Preis auf Anfrage | Preis auf Anfrage |
| Customer.io (Essentials) | Preis auf Anfrage | Preis auf Anfrage | 145 $ pro Monat (Essentials, 10.000 Profile) |
| Encharge (Growth) | 99 $ pro Monat (79 $ bei Jahresabrechnung), bis 2.000 Abonnenten | Nicht im Tarif enthalten (Grenze 2.000 Abonnenten) | Nicht im Tarif enthalten (Grenze 2.000 Abonnenten) |
Zwei Hinweise zur Lesart. Erstens: Bei Kontakt-Modellen zählt die Datenbank, nicht die Versandmenge. Zweitens: Bei Volumen-Modellen wie Sequenzy oder Postmark bestimmt die Zahl der E-Mails im Monat den Preis. Hier ein Beispiel für Sequenzy mit der Rechnung 60.000 E-Mails im Monat: Der Tarif kostet 49 $ pro Monat, also 588 $ im Jahr. Mit Jahresabrechnung nennt die Preisseite für den 60.000-E-Mail-Tarif einen Betrag von 529 $ für das Jahr.
Für die Kostenplanung im ersten Jahr rechnen Sie: Monatspreis mal zwölf, oder Jahrespreis, falls der Anbieter einen nennt. Bei einem Newsletter mit 5.000 Kontakten und Drip-Tarif sind das 89 mal 12, also 1.068 $ im Jahr. Ein Gratistarif mit Limits lohnt sich nur, wenn das Limit in den kommenden zwölf Monaten sicher reicht.
Entscheidungstabelle: Was Sie brauchen und was Sie prüfen
Die folgende Tabelle ordnet typische Situationen einem Tool zu. Sie ersetzt nicht die eigene Rechnung, zeigt aber, welche Frage der nächste Schritt sein sollte.
| Wenn Sie … | prüfen Sie zuerst | weil |
|---|---|---|
| Stripe-Abrechnung haben und Transaktions- wie Lifecycle-Mails in einem Tool wollen | Sequenzy | Zahlungsintegrationen und Zahlungsereignisse sind dokumentiert; der Gratistarif umfasst 2.500 E-Mails im Monat |
| Nur Transaktionsmails über eine API senden | Resend oder Postmark | Beide haben einen Gratistarif; Resend mit 3.000 E-Mails im Monat, Postmark mit 100 |
| Eine große Liste mit Newslettern bedienen und noch keine Automation brauchen | Kit Free | Der Gratistarif umfasst bis zu 10.000 Abonnenten und unbegrenzte Broadcasts |
| Ab dem ersten Tag Onboarding-Serien automatisch laufen lassen | Loops, Kit Creator oder Drip | Loops hat einen Gratistarif mit allen Funktionen bis 4.000 Sends im Monat; Kit ab 33 $ pro Monat, Drip ab 39 $ pro Monat |
| Vertrieb und Marketing auf einer Kontaktdatenbank haben | ActiveCampaign | Der Starter-Tarif enthält ein Standard-CRM |
| Ein sehr kleines Budget und überschaubare Mengen haben | Plunk | 1.000 E-Mails im Monat kostenlos; danach 1 $ pro 1.000 E-Mails |
| In-App-Nachrichten für B2B-Nutzer planen | Userlist | Lifecycle-Mails, In-App-Nachrichten und Firmensegmente in einem Tool |
| Komplexe, verzweigte Workflows mit Produktdaten planen | Customer.io | Visueller Workflow-Builder und profilbasierte Steuerung; Startup Program für berechtigte Unternehmen |
Checkliste für Einrichtung und Wechsel
Ein Wechsel dauert selten länger als ein paar Wochen, wenn Sie ihn planen. Die folgende Tabelle zeigt die Schritte, in der Reihenfolge, in der sie sinnvoll sind. Sie gilt für den Erstaufbau ebenso wie für einen späteren Umzug.
| Schritt | Was Sie tun | Worauf Sie achten |
|---|---|---|
| 1. Bestand erfassen | Liste der Kontakte, Vorlagen, Automationen und Absenderadressen notieren | Nur Kontakte mit nachweisbarer Einwilligung oder bestehender Kundenbeziehung exportieren |
| 2. Kontakte exportieren | CSV aus dem alten Tool exportieren | Abmeldestatus und Einwilligungsdatum mit exportieren; gesperrte Adressen nicht neu importieren |
| 3. Domain einrichten | Absenderdomain im neuen Tool verifizieren | Die DNS-Einträge stehen auf der Anleitung des Anbieters; das Setup vor dem ersten Versand testen |
| 4. Transaktionsmails umstellen | Versand über die API oder das SMTP-Konto des neuen Anbieters | Alte und neue Konfiguration ein paar Tage parallel laufen lassen |
| 5. Vorlagen neu bauen | Vorlagen im neuen Editor nachbauen | Links, Abmeldelink und Impressum auf jeder Vorlage prüfen |
| 6. Automationen dokumentieren und neu bauen | Ablauf auf Papier festhalten, dann in der neuen Oberfläche umsetzen | Auslöser, Wartezeiten und Bedingungen einzeln testen |
| 7. Testversand | Testkonten an alle Pfade schicken | Mobile Ansicht und Abmeldelink kontrollieren |
| 8. Umschalten und Altes kündigen | Produktiven Versand umstellen, altes Abo erst nach Kontrolle beenden | Historische Auswertungen vorher exportieren, falls Sie sie brauchen |
Historische Versandstatistiken lassen sich in den meisten Fällen nicht vollständig übertragen. Exportieren Sie, was Sie für Entscheidungen brauchen, etwa Öffnungs- und Klickraten einzelner Kampagnen, und legen Sie es in einer Tabelle ab. Das ist mühsam, aber für die Lernkurve nützlicher als eine unvollständige Übernahme.
So treffen Sie die Entscheidung
Gehen Sie die Fragen in dieser Reihenfolge durch und notieren Sie jeweils die Antwort. Am Ende haben Sie meist zwei Kandidaten, zwischen denen Sie mit einem Testkonto entscheiden können.
- Welche Mails brauchen Sie in den nächsten sechs Monaten? Trennen Sie transaktional und Marketing (Schritt 1).
- Wie viele Kontakte und wie viele E-Mails pro Monat? Rechnen Sie beide Werte für das nächste Jahr durch (Schritt 2).
- Hängen Mails an Zahlungsereignissen? Prüfen Sie die Integrationen Ihrer Abrechnung (Schritt 3).
- Welche Automationen laufen in den nächsten drei Monaten? Schreiben Sie sie auf und ordnen Sie sie den Stufen einfach, mittel und komplex zu (Schritt 4).
- Welcher Tarif passt zu diesen Zahlen? Nutzen Sie die Tabellen oben und öffnen Sie die Preisseite des Anbieters.
- Gibt es ein Limit, das Sie in den nächsten Monaten erreichen? Ein Gratistarif mit knappem Limit kostet Sie beim Wechsel mehr Zeit als eine günstige Bezahlstufe.
- Können Sie die Liste später exportieren? Prüfen Sie den Export vor dem Kauf, nicht danach.
Wenn Sie nach diesen Fragen noch zwischen zwei Tools schwanken, nehmen Sie das günstigere, das Ihre Mails tatsächlich abdeckt, und setzen Sie einen Termin in drei Monaten, an dem Sie die Entscheidung mit echten Zahlen überprüfen. Eine Entscheidung mit einem festen Überprüfungstermin ist besser als eine endlose Evaluierung.
Häufige Fehler bei der Auswahl
Den Einstiegspreis mit dem Preis für Ihre Größe verwechseln. Viele Seiten zeigen den günstigsten Tarif prominent. Ihre Liste liegt aber vielleicht in einer Stufe, die deutlich mehr kostet. Rechnen Sie immer mit Ihrer Kontaktzahl oder Ihrem Volumen.
Funktionen nach Anzahl statt nach Nutzung bewerten. Eine Liste mit 500 Funktionen hilft nicht, wenn Sie fünf brauchen. Notieren Sie die fünf Abläufe, die Sie in drei Monaten laufen lassen wollen, und prüfen Sie nur diese.
Den Gratistarif als dauerhaft einplanen. Ein Gratistarif mit Tageslimit, Branding oder einer kleinen Kontaktgrenze ist für den Start gedacht. Planen Sie den nächsten Tarif in Ihrem Budget ein, bevor Sie ihn brauchen.
Den Wechsel für unmöglich halten. Ein Wechsel ist lästig, aber mit der Checkliste planbar. Die größte Gefahr ist nicht der Wechsel, sondern das Verschieben der ersten Sendung, während Sie das perfekte Tool suchen.
Häufige Fragen
Welches E-Mail-Tool ist für ein frühes SaaS-Produkt am günstigsten?
Das hängt davon ab, was Sie versenden. Für reine Transaktionsmails sind die kostenlosen Stufen von Resend (3.000 E-Mails im Monat) und Postmark (100 E-Mails im Monat) gut vergleichbar. Für Newsletter an eine große Liste ist der Gratistarif von Kit bis 10.000 Abonnenten ohne Automationen günstig. Wer beides plus Zahlungsereignisse braucht, rechnet am besten mit den Volumenpreisen von Sequenzy oder den Kontaktpreisen von Drip.
Brauche ich ein separates Tool für Transaktionsmails?
Nicht zwingend. Viele Tools auf dieser Liste senden Transaktionsmails mit. Ein separates Tool ist sinnvoll, wenn Ihr Transaktionsvolumen hoch ist, Ihre Marketing-Mails einen anderen Absender brauchen oder Ihr Team die beiden Bereiche getrennt verantworten will.
Wie wichtig ist die Stripe-Anbindung?
Nur dann, wenn Sie Mails an Zahlungsereignisse oder Abo-Zustände koppeln möchten, etwa eine Erinnerung nach fehlgeschlagener Zahlung oder eine Serie nach einem Upgrade. Wenn Sie nur Newsletter senden, reicht eine einfache Listenverwaltung.
Was passiert mit meinen Kontakten, wenn ich das Tool wechsle?
Sie exportieren die Liste als CSV und importieren sie im neuen Tool. Dabei sollten Abmeldungen und Einwilligungsdaten mit übernommen werden. Adressen, die sich abgemeldet haben, dürfen nicht neu importiert werden. Historische Versandstatistiken lassen sich meist nicht vollständig übertragen.
Gibt es Förderungen für frühe Unternehmen?
Customer.io nennt auf seiner Preisseite ein Startup Program, bei dem berechtigte Unternehmen mit weniger als 10 Mio. $ eingeworben zwölf Monate kostenlos nutzen können. Die Voraussetzungen legt der Anbieter fest. Prüfen Sie sie dort direkt.
Wie oft sollte ich meine Wahl überprüfen?
Setzen Sie einen festen Termin, etwa nach drei bis sechs Monaten. Prüfen Sie dann Listengröße, Versandvolumen, genutzte Automationen und den Preis Ihrer Stufe. Ändert sich eine dieser Größen deutlich, ist das der Moment für einen neuen Vergleich.
Wo finde ich aktuelle Preise?
Auf den Preisseiten der Anbieter, die in den Tabellen verlinkt sind. Die Angaben in diesem Artikel stammen von diesen Seiten und wurden am 7. Oktober 2026 geprüft. Preise und Tarife können sich ändern.